Interlude House
Chalermwat Wongchompoo
Produkt-Spezifikationsblatt

ElementMarkeProduct Name
HerstellerChampaca wood
HerstellerCOTTO
Ironmongery and door hardwareHäfele
AnbieterLamptitude
HerstellerMinotti
HerstellerSiamtak

Produkt-Spezifikationsblatt
Hersteller
Hersteller
nach COTTO
Ironmongery and door hardware
nach Häfele
Anbieter
nach Lamptitude
Hersteller
nach Minotti
Hersteller
nach Siamtak

Interlude Haus

Ayutt and Associates design als Architekten

Ein in Bangkok ansässiges, bekanntes Architekturbüro, Ayutt and Associates design (AAd), schlug eine alternative Designlösung vor, um das Problem des Wohnens in der Stadt zu entschärfen, indem sie ein INTERLUDE Haus entwarfen. INTERLUDE ist ein Haus, das nicht für den Hauptakt, sondern für die wichtigen kleinen Momente dazwischen entworfen wurde. Die Vorgabe des Bauherrn war ein Haus, das praktisch bewohnt werden kann und bei häufigen Anlässen Partys mit bis zu 30 Gästen beherbergen kann. Es soll in erster Linie als bewohnbares Zuhause dienen, eine willkommene Pause von einem Lebensakt zum anderen in der immer hektischen Stadt Bangkok.

 

Das Grundstück befindet sich inmitten eines dicht bebauten Gebietes, das nur durch eine stark befahrene, kleine, 4,5 Meter breite Straße erschlossen ist. Nördlich, östlich und westlich grenzen Appartements, Eigentumswohnungen bzw. Serviced Apartments an. Diese geschäftige Nachbarschaft schläft nie. Der südliche Nachbar bietet die einzige Abwechslung mit seinem traditionellen zweistöckigen Holzhaus in Richtung der südwestlichen Ecke des Grundstücks und einem dicht bepflanzten Garten, der den Bereich angrenzend an die Länge des Grundstücks einnimmt.

 

Gute Künstler borgen, dieses Haus stiehlt regelrecht. Die Hauptmasse des Gebäudes ist entlang der drei bebauten Seiten des Grundstücks platziert, wodurch ein beachtlicher Garten entsteht. Die Öffnungen sind auf diesen zentralen Hof gerichtet, mit dem Pool im Vordergrund, dem grünen Hof als Mittelpunkt und dem Garten des Nachbarn als Hintergrund. An der Südseite der Garage befinden sich ein Pflanzgefäß und ein Baum. Die Begrünung im Mittelgrund verbindet sich optisch mit der Nachbarlandschaft, ein optischer Trick, der den räumlichen Bereich des Bauherrn erweitert. Das Haus ist auf halber Höhe erhöht, um Blicke nach innen abzulenken und die Privatsphäre in Bereichen mit großen Öffnungen zu wahren. Ausgedrückt und akzentuiert als zwei getrennte Massen, wird das Erdgeschoss als eine undurchsichtige schwarze undurchdringliche Box behandelt. Während das Obergeschoss als hellere weiße Box behandelt wird.

 

Das ausgestellte Haus ist nichts weniger als ein Bühnenstück, das zur Unterhaltung entworfen wurde, voller Rauch und Spiegel, präzise choreographiert, um eine Abfolge von Ereignissen zu schaffen. Die Gäste nähern sich über die schmale Zufahrtsstraße. Die Ankunft wird signalisiert, als sich die Straßenfront plötzlich zurückzieht, eine dunkle, höhlenartige, geheimnisvolle Box begrüßt den Betrachter, ohne einen Hinweis auf das, was dahinter liegt, außer ein paar sprießenden Blättern. Das Tor gleitet auf und gibt den Blick auf ein dicht bepflanztes Beet frei. Die Decke ist weiß, Licht dringt durch das bodentiefe Fenster ein, das den Blick auf noch mehr Laub freigibt. Rechts eine Öffnung, durch den Durchgang wird der Blick auf das Licht gelenkt und ein langer Korridor erwartet einen. Der Raum explodiert plötzlich zu einer lichtdurchfluteten Oase, die sich allmählich aus der Dunkelheit erhebt.

 

Stille erwartet Sie; Sträucher wiegen sich im Wind und sanfte Wellen tanzen auf der Oberfläche des Pools. Wenn die Nacht naht, steht die Sonne tief, und das Haus beginnt, eine leicht selbstgefällige und glamouröse Persönlichkeit anzunehmen. Auf der Rückseite ist die Garagenwand mit einer kantigen Aluminium-Elementfassade verkleidet. Das verleiht der darüber liegenden Masse eine schwerelose, scheinbar schwebende Illusion. In der Wand spiegeln sich der Garten und der Pool. Wenn man sich darauf zubewegt, tauchen Kopien von sich selbst auf und verschwinden wieder, als ob man auf der Messe durch ein Spiegelhaus geht.

 

Die wellenförmig gemusterte Wand aus Schokoladenmarmor nimmt die Bewegung des Pools auf, der entlang eines linearen Korridors verläuft. Der Blick wird geradewegs auf eine hohe schwarze Tür gelenkt. Bewegt man sich darauf zu, kommt das Wohnzimmer durch die doppelt hohe Glaswand in den Blick, doch bevor weitere Details untersucht werden können, zieht sich die massive Wand auf der rechten Seite zurück und gibt eine grüne Tasche frei. Diese Öffnung akzentuiert die Begrünung des Hauses und bietet einen Durchgang für die vorherrschenden Winde. Hinter dem Baum befinden sich perforierte, verspiegelte Aluminiumpaneele, die in willkürlichen Winkeln angeordnet sind, wodurch sich das Grün um ein Vielfaches vervielfacht und der Innenhof visuell erweitert wird. Die Perforation ist so berechnet, dass die Dienstmädchen vom dahinter liegenden Servicegang aus die Gäste im Auge behalten können, ohne gesehen zu werden.

 

Strahlen aus diesem Brunnen erhellen die Eingangstür, durch die die Gäste eintreten. Das Erbe des Kunden erwartet sie. Ein maßgefertigter Esstisch aus 200 Jahre altem Holz; mit Draht gebürstet, um Patina zu zeigen.  Gleich dahinter hängen zwei vom Bauherrn gesammelte Gemälde. Auf der linken Seite der doppelhohe Wohnbereich mit einem großen Wandbild aus runden und geometrischen Abstraktionen. Bei näherer Betrachtung entpuppen sich die maßgefertigten Möbel als aus dem Wandbild selbst entstanden oder entsprungen. Über dem kubistischen Sofa greift der Kronleuchter mit runden Glühbirnen und röhrenförmigen Gehäusen das Wandbild auf. Die Küchenfläche, die Insel und die Rückwand sind mit einem schicken schwarz-weißen Marmor ausgekleidet, der in einem millimetergenau ausgerichteten Rautenmuster angeordnet ist.

 

Die freitragende Treppe ist so präzise gearbeitet, dass sich das Steinmuster ausrichtet und durchgehend vom ekstatischen Erdgeschoss bis zum nüchternen Obergeschoss verläuft. Der Gast kann nur neidisch nach oben schauen, wohin es führt. Der eigentliche Reiz liegt in der Beziehung, die die Besitzer zu ihrem Haus aufbauen. Die Wohnmaschine, die in allen Szenen dieses Zwischenspiels vorgeführt wird, gipfelt im Höhepunkt: mit ihrer Treppe die Zeit zu verraten. Aus dem bodentiefen Fenster über der Treppe wandert ein Lichtstrahl die Wand hinunter und bleibt am Handlauf stehen, eine natürliche Sonnenuhr, die sich mit den Jahreszeiten verändert, dicke und dünne Strahlen bezeichnen Stunden und Minuten.

 

Das Obergeschoss kragt über ein Drittel des darunter liegenden Pools aus, um Schatten zu spenden und Privatsphäre zu gewährleisten. Da sich im Obergeschoss die privaten Wohnräume befinden, müssen alle drei Seiten, die von den hoch aufragenden Nachbarblöcken belagert werden, vor neugierigen Blicken geschützt werden. Die Fensteröffnungen an der Nord-, Ost- und Westseite sind streng kontrolliert, sorgfältig durchdacht und präzise platziert, um Licht in die Räume zu bringen, ohne die Privatsphäre zu opfern. Die südöstliche Ecke des Tanzstudios ist geöffnet, um die Vorteile des Laubes des Nachbarn zu nutzen. Die Privatsphäre wird durch die Einrahmung der Aussicht und die Formgebung der Lamellen und Traufen gewahrt. Die Seiten zum zentralen Innenhof sind großzügig verglast. Über die gesamte Länge des Hauses verlaufen raumhohe Glastüren, die dem Bauherrn einen ungehinderten Blick auf die Grünflächen vor Ort und darüber hinaus ermöglichen.

 

Das Haus ist so konzipiert, dass es auf das turbulente tropische Klima reagiert. Zusätzlich zu den auskragenden Lamellen und Traufen, um direkte Sonneneinstrahlung und starken Regen zu reduzieren, ist die Verglasungsschicht zurückgesetzt, um einen durchgehenden Balkon zu schaffen. Wenn sich die Türen wegschieben, löst sich die Schwelle von innen nach außen auf. Das Rollladensystem der Außenfassade bildet die äußerste Haut zur Ableitung der Elemente, die eine natürliche Belüftung zur Kühlung des Gebäudes ermöglicht. Jeder Rollladen wirkt wie ein Wärmetauscher, der die Luft durch einzelne Aluminiumlamellen leitet, was die Wärmezufuhr weiter reduziert.

 

Da das Paar keine Kinder hat, werden nur ein Gäste- und ein Elternschlafzimmer benötigt. Eine Palette aus Holz und Stoffen spiegelt die entspannte Atmosphäre für einen erholsamen Akt wider. Der Raum der Master-Suite fließt fließend vom Schlafzimmer über das Ankleidezimmer bis zum Bad. Dabei wird die Privatsphäre durch Schrankebenen und -kanten gewahrt. Die Ausstellungsstücke, die den Eigentümern vorbehalten sind, um sie privat zu genießen, sind weniger extravagant als die, die sie mit den Gästen teilen. Das Badezimmer ist ein solcher Raum, der in feierlichem, gereiftem, grünem Marmor ausgeführt ist und durch sein schlichtes Interieur Gelassenheit und Stille ausstrahlt. Die Duschwand ist in weißem Marmor mit schwarzen Adern ausgeführt, die ein Muster aus drei Bergen bilden. Die skulpturale Badewanne ist das Herzstück, der halb im Freien liegende Garten bildet die Kulisse, natürlich beleuchtet durch eine aufgelöste Glasbausteinwand.

 

Das Haus mit allem Drum und Dran ist letztlich eine Oase, in der es sich leben lässt. Seine Räume sind so gestaltet, dass sie genau das leisten, was der Bauherr benötigt, um seine funktionalen und emotionalen Bedürfnisse zu erfüllen. Die Architektur zieht nicht aktiv die Aufmerksamkeit auf sich, sie will nur ein Ort sein, der die Lebensqualität des Bauherrn erhöht, ein Ort, an dem man Trost sucht, bevor man nach draußen geht, wo der nächste Akt wartet.

Dieser Artikel ist in mehreren Sprachen verfügbar.
Teilen oder Hinzufügen von Interlude House zu Ihren Sammlungen
Espace Pierre Tallagrand in Dole (FRANCE)
nächstes Projekt

Espace Pierre Tallagrand in Dole (FRANCE)

Informationszentren
Dole, France - Bau abgeschlossen in 2018
Projekt anzeigen